EINE AUSWAHL UNSERER BISHERIGEN THEATERPRODUKTIONEN

2019

MEDEA/PHÄDRA/ELEKTRA 

 

Medea, Phädra und Elektra... drei Frauennamen, die sofort Bilder aus alten Zeiten heraufbeschwören: Bilder von verschmähter Liebe und Rachedurst, von Schmerz, Verletzung, Verrat und sogar Kindsmord. Ihre Geschichten haben die Zeit überdauert. Doch hat eigentlich schon einmal jemand diese Frauen gefragt, wie sie selbst zu ihrem Leben und ihren Taten stehen? Wer ist hier Opfer und wer Täter - und lässt sich das überhaupt trennen? Wie kam es dazu, dass ihre Namen in die Geschichte eingingen - und würden sie heutzutage alles noch einmal genauso machen? Lassen wir die Damen selbst antworten - in einem packenden Theaterabend mit Texten nach Euripides, Racine, Sophokles und Grillparzer und einem ganz neuen Blick auf alte Mythen.

 

"Verstörend und verzaubernd zugleich. (...) Die Regisseurin Chiara Nassauer und die Schauspielerin Lisa Wittemer (...) haben ein Textkonglomerat geschaffen, das die Dichte der Bühnensprache vergangener Zeiten anschaulich vermittelt, zugleich aktuelle Bezüge herstellt. Wittemer verkörpert die Figuren so authentisch, dass der Zuschauer unweigerlich mitfühlt und -leidet. (...) Eine, die liebt, leidet und hasst, wie wir alle. Und die mordet aus Beweggründen, die wir jedenfalls nachvollziehen können." (Murnauer Tagblatt, 16.05.2019)

 

 

 Mit: Lisa Wittemer

Regie: Chiara Nassauer


LEUTNANT GUSTL von Arthur Schnitzler

 

Im Anschluss an ein abendliches Konzert, das er gelangweilt mitverfolgt hat, gerät der junge Leutnant Gustl an der Garderobe in Streit mit einem Bäckermeister. Gustl will seinen Säbel ziehen, wird aber durch seinen körperlich überlegenen Kontrahenten daran gehindert und als "dummer Bub" beschimpft. Die Schmach vermag der Leutnant nicht zu verwinden. Dem militärischen Ehrenkodex verpflichtet, beschließt er, am nächsten Morgen um 7 Uhr Selbstmord zu begehen, egal, ob der Bäckermeister den Vorfall publik macht oder nicht. So streift Gustl durch das nächtliche Wien, hin- und hergerissen zwischen zweifelhaften Vorstellungen über männliche Ehre, unbändiger Lebenslust und Todesangst.

 

Arthur Schnitzlers (1862 - 1931) Novelle aus dem Jahr 1900 ist ein Meilenstein der Erzähltechnik: Der Leser - und ebenso der Theater-zuschauer - befindet sich ausschließlich in der Gedankenwelt, dem inneren Erleben der Hauptfigur, die ihr Selbstwertgefühl allein aus der Tatsache bezieht, eine Uniform zu tragen. Brillant entlarvt Schnitzler falsche Moralvorstellungen, Fremdenhass und persönliche Eitelkeiten bei seiner Schilderung einer verhängnisvollen Nacht.

 

"Chiara Nassauer und Nikolaos Boitsos (...) begeisterten mit einer genialen Umsetzung. (...) Ein spannendes Experiment für die Darstellerin wie für das Publikum - das nicht besser hätte gelingen können." (Murnauer Tagblatt, 22.02.2019) 

 

Mit: Chiara Nassauer

Regie: Nikolaos Boitsos


 

JENNY HÜBNER GREIFT EIN von Hartmut El Kurdi

 

Gestatten: Jenny Hübner, Geschichten-Retterin!

Wer kennt das nicht: Man liest ein Buch, das so spannend ist, dass man auf einmal mitten in die Geschichten hineingezogen wird ... Und plötzlich sitzt man nicht mehr gemütlich im Sessel, sondern mitten in der Wüste, auf einem zugigen Berggipfel oder - wie die kleine, lesefreudige Olga - auf dem Schiff des berüchtigten Piraten Bert Braunbart! Keine Panik: Bei einem solchen Notfall ist Jenny Hübner vom Geschichten-Rettungskommando nicht weit, um großen und kleinen Bücherfreunden aus der Patsche zu helfen. Doch bei dieser kniffligen Aufgabe benötigt sie dringend Hilfe...

Ein Stück, das Lust auf Geschichten und Lesen macht, und ein riesiger Mitmachspaß für Groß und Klein!

 

"Die junge Schauspielerin Julia Gruber fesselt in JENNY HÜBNER GREIFT EIN von Hartmut El Kurdi die Kinder - die Großen übrigens auch - mit überbordender Spielfreude, vollstem Körpereinsatz und einer wandlungsfähigen, ausdrucksvollen Stimme. (...) Begeisterter Applaus von Klein und Groß für die Geschichten-Retterin!" (Murnauer Tagblatt, 17.4.2019)

 

Mit: Julia Gruber

Regie: Chiara Nassauer


2018

RICHARD III. nach William Shakespeare (Premiere am 08.11.2018 im Zimmertheater Uffing)

 

"Aus einem Dutzend Darsteller wird ein einziger; aus mehreren Stunden Spieldauer 70 Minuten. Das klingt nach einem Wagnis. Dass diese Verknappung bestens aufgehen kann, beweisen Nassauer und ihr faszinierender Haupt- und Alleinakteur Patrick Brenner. In fliegenden Szenenwechseln schlüpft er in Windeseile in die verschiedenen Figuren. Volle 70 Minuten ist er im Dauereinsatz. (...) Wie es Brenner gelingt, diese Fülle strukturiert, spannend und verständlich über die (nicht existierende) Rampe zu bringen, ist bewundernswert. (...) Verdienter Beifall für diese gelungene Inszenierung, die Shakespeare wie im Brennglas zeigt." (Murnauer Tagblatt, 16.11.2018)


2017

 

"KUNST" von Yasmina Reza (Premiere am 29.09.2017 im Kultur- und Tagungszentrum Murnau)

 

"Drei Männer, ein Bild, zwei Hocker, ein Tisch - weniger ist mehr. Das mag sich der Zuschauer vielleicht nicht unbedingt beim Anblick des weißen Bildes gedacht haben, welches das Objekt der Begierde von Serge darstellt. Sicher gilt es aber für die minimalistische Inszenierung durch Chiara Nassauer, genau wie für die auf das wesentliche reduzierte Ausdrucksstärke der Protagonisten. (...) Wie sich die Männerseelen dabei in einem Wechsel von Monologen und Dialogen, die sich bis zur Prügelei steigerten, offenbart haben, war fesselnd und äußerst unterhaltsam. Genauso hat es betroffen gemacht: Dort, wo sich der Zuschauer wiedererkannt hat im Spiegel von Bewertung, Rechthaberei und der eigenen Unfähigkeit, sich seiner echten Gefühle gewahr zu werden." (Murnauer Tagblatt, 04.10.2017)

 


2014

 

HIOB. Eine Grenzerfahrung (Premiere am 12.10.2018 im "Kultur im Oberbräu", Holzkirchen; Koproduktion mit dem TonArt-Chor Sauerlach-Holzkirchen)

 

"Eine äußerst anspruchsvolle Inszenierung mit einem hochkarätigen Hauptdarsteller Christian Jungwirth als Hiob sowie einem vielseitigen Chor. (...) Als das Licht nach gut einer Stunde ausgeschaltet wurde und völlige Dunkelheit im großen Festsaal herrschte, vernahm man ein kollektives Schlucken im Publikum. Dann tosender Applaus." (Holzkirchner Merkur, 16.10.2014)

 

"Chiara Nassauer und Christoph Garbe (...) ist eine spannende Verbindung aus Ein-Mann-Schauspiel und Dialog mit dem Chor gelungen, aus Stille und Lärm, Gesang und Geräuschen, Momenten dramatischer Verzweiflung und ruhiger Kraft. (...) Ihnen ist es mit dieser ungewöhnlichen Inszenierung gelungen, die Zuhörer aufgewühlt und nachdenklich in den Abend zu schicken, nach einem verdienten, lang anhaltenden Applaus." (Kulturvision, 15.10.2014)

 

 


2012

PEER GYNT von Henrik Ibsen (Premiere am 10.11.2012 im Kultur- und Tagungs-zentrum Murnau; Koproduktion mit dem Murnauer Kammerorchester)

 

"Das Publikum zeigt sich begeistert und spendet kräftigen Applaus. (...) Offenbar hat Regisseurin Chiara Nassauer ihr Ziel erreicht. Mit dieser neuen Art des Musik-theaters wollte sie mehrere Gefühls-ebenen der Zuschauer ansprechen. Das gelingt ohne große Requisiten. Lediglich eine Holzkiste und projizierte Live-Sandkunst von Evgenia Gostrer verschaffen dem anspruchsvollen Stück Atmosphäre." (Murnauer Tagblatt, 12.11.2012)

 


2011

WILDE REITER / KRÄFTE von August Stramm (Premiere am 30.09.2011 in der Westtorhalle Murnau)

 

"Ihre (Chiara Nassauers) Stücke sind sowohl provokant als auch informativ und stilsicher." (Passauer Neue Presse, 10.10. 2011)

  


 EIN SOMMERNACHTSTRAUM nach William Shakespeare (Premiere am 09.07.2011 im Kultur- und Tagungszentrum Murnau; Koproduktion mit dem Murnauer Kammerorchester und dem Expression Zentrum Murnau)

 

"Ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Theater und Tanz gab es jetzt im Kultur- und Tagungszentrum zu sehen. Nachdem die Schauspielgruppe (...) krankheitsbedingt ausgefallen war, blieben der Jungregisseurin Chiara Nassauer nur anderthalb Wochen Zeit, um etwas auf die Beine zustellen. Das reichte der Uffingerin, um einen unterhaltsamen Sommernachtstraum auf die Bühne zu stellen." (Murnauer Tagblatt, 11.7.2011)

 


2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schauspielführungen und interaktive Events (seit 2010; Kooperationen mit der Tourist-Information Murnau, vhs Garching-Neubiberg, Horváth-Gesellschaft Murnau, Foltermuseum Burghausen) 

 

WO IST HORVÀTH? - Eine Theaterspurensuche durch Murnau: 

"Jede Station zeigte einen gekonnt in Szene gesetzten Ausschnitt aus einem von Horváths Stücken. (...) Ergänzt wurde dieses ungewöhnliche Theater von der humorvollen Moderation des Schauspielers Christian Jungwirth alias Gustl, der zahlreiche Anekdoten und sachliche Informationen sprachlich fließend zu verknüpfen wußte. Hierbei trat er in Kontakt mit den Zuschauern, was dem Ganzen eine besondere Nähe und Lebendigkeit verlieh." (Murnauer Tagblatt, 25.06.2011)

 

AUF DEN SPUREN DER KELTEN UND BAUERN IN UNTERBIBERG:

"Wundern konnten sich Unterbiberger, die Anfang Juli zufällig über den Kirchplatz oder am Hachinger Bach entlang unterwegs waren: Bajuwaren, Bauern und sogar eine verirrte Sommerfrischlerin waren unterwegs und bewegten sich völlig natürlich, als sei Unterbiberg ein Ort der parallelen Zeitenwende. (...) Dass Mönche auch mal schrecklichen Hunger haben können und es auch schon früher energische Frauen gab, die ihren Ehemann unter der Fuchtel hatten, zeigten Felix Mayer, Claus Kupreit und Chiara Nassauer, Darstellerin, Autorin und Regisseurin des Spektakels, mit viel Humor." (nanu, 05/11)

 

MIT DEM SCHARFRICHTER DURCH DEN FOLTERTURM:

"Die Führung ist ein Stück, ein Schauspiel, eine Szene aus längst vergangenen Tagen, die so oder so ähnlich auf der Burg passiert sein könnte. (...) Eine Führung, die realistische Einblicke bietet, die aber ganz nebenbei auch unterhält und einen gewissen ironischen und damit humoristischen Ton bewahrt." (Passauer Neue Presse, 11.06.201o)

 

"Schnell entwickelt sich zwischen dem Scharfrichter und der kleinen Gruppe eine gewitzte Unterhaltung. Historische Daten zum "Schindernest" Burghausen (...) werden von einer kleinen Geschichte transportiert, die sowohl über eine Portion Gänsehaut-Potential als auch Humor verfügt." (Altöttinger Wochenblatt, 02.06.2010)


GOOD GIRL GONE BAD - Der Braun-Ensslin-Komplex nach Monologen von Christine Brückner (Premiere am 29.11.2010 in der Westtorhalle Murnau)

 

"Claudia Hinterecker und Dorothée Höhn machen Eindruck, monologisieren nicht nur, sondern spielen miteinander: die eine überzeugend mit der relativen Gelassenheit der Gattin des Führers, die andere ergreifend mit der glühenden Leidenschaft der Terroristin. Bei allem Ernst der Lage ist auf beiden Seiten Platz für ein wenig Galgenhumor." (OVB Mühldorf, 04.02.2011)

 

"Das Publikum reagierte fasziniert." (Murnauer Tagblatt, 01.12.2010)


LOVE(HATE)LOVE - Ein Sommer-Nachts-Traum nach nach William Shakespeare (Internationales Regiefestival "Versionale" 2010 in Leipzig) // Gewinner des Jury- und des Publikumspreises im Viertelfinale