SPIELZEIT 2022/23

WICHTIGER HINWEIS: Wir behalten uns kurzfristige Änderungen des Programms der nächsten Spielzeit vor. Über die neuesten Entwicklungen und die aktuellen Sicherheitsbestimmungen für Ihren Theaterbesuch  informieren wir Sie  unter TERMINE!

 


EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE. Solostück nach der Erzählung von Franz Kafka. Geplante Premiere im Herbst 2022.

 

Der Menschenaffe Rotpeter berichtet einer Akademie hoher Herren von seinem langen Weg zur Menschwerdung. In Afrika eingefangen, wird er bei der Überfahrt in einen engen Käfig gepfercht und muss geschmacklose Späße über sich ergehen lassen. Die gedemütigte Kreatur versucht, das Beste aus der misslichen Lage zu machen: Wenn man nicht als der akzeptiert wird, der man ist, dann muss man sich eben anpassen, um zu überleben. So meistert er die Grundzüge der menschlichen Natur - den offenen Handschlag, das Rauchen, die Benutzung der Schnapsflasche -, bildet sich und imitiert die menschliche Natur, bis er am Ende die Wahl hat: Zoo oder Varieté, Käfig oder Zurschaustellung. 

 

Franz Kafka (1883-1924) schrieb mit dem BERICHT FÜR EINE AKADEMIE eine Parabel auf die soziale Enge der Gesellschaft, den starken Wunsch nach Anerkennung und auf die Macht der Ausgrenzung. Wie lässt sich die eigene Identität währen? Scheitert Integration an falscher Anpassung? Und muss ein Fremder immer ein Fremder bleiben? 

 

Mit: Christian Jungwirth

Regie: Chiara Nassauer

 


DIE GELBE TAPETE. Solostück nach der Erzählung von Charlotte Perkins Gilman, übersetzt und dramatisiert von Chiara Nassauer. Geplante Premiere im Herbst 2022. 

 

Eine Frau fühlt sich seit der Geburt ihres Kindes niedergeschlagen und energielos. Ihr Mann verordnet ihr daher eine "Ruhekur" in einem abgelegenen Sommerhaus, wo frische Luft und ein strenges Arbeitsverbot ihre Gesundheit wieder herstellen sollen. Doch das Krankenzimmer ist überaus merkwürdig: Das Fenster ist vergittert, das Bett festgenagelt, der Boden verkratzt - und die Wände mit einer hässlichen gelben Tapete bedeckt. In dieser tristen Umgebung sich selbst überlassen, beginnt die Frau, sich immer eingehender mit dem Muster der Tapete zu beschäftigen, in dem sie Bilder zur erkennen glaubt. Was als Reise ins Innere beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem wahnhaften Alptraum. Schließlich ist sich die Hauptfigur sicher: Hinter der Tapete ist eine junge Frau gefangen, die sie befreien muss...

 

Charlotte Perkins Gilman (1860-1935) verarbeitete in der 1892 veröffentlichten Erzählung ihre eigenen Erfahrungen mit Depressionen und schrieb dabei nicht nur einen packenden Thriller, sondern auch eine scharfzüngige Gesellschaftskritik. Während das Werk bei vielen ihrer Zeitgenossen auf Unverständnis und Ablehung stieß, gilt es heute als Klassiker der feministischen Literatur - und ist uns durch die eigene Erfahrung von Isolation und Zukunftsunsicherheit in Pandemiezeiten noch näher gerückt. Über die Geschichte schrieb Perkins Gilman selbst: "Sie war nicht dazu gedacht, Leute in den Wahnsinn zu treiben, sondern dazu, Leute davor zu retten, in den Wahnsinn getrieben zu werden."

 

Mit: Antje Hobucher

Regie: Chiara Nassauer 


ORLANDO. Theaterstück nach dem Roman von Virginia Woolf. Geplante Premiere im Frühjahr 2023.

 

Orlando - ein altersloser Grenzgänger zwischen den Jahrhunderten: Als Adeliger am Hof Elizabeths I., später unglücklich verliebt in eine russische Prinzessin, Schriftsteller, Gesandter Charles´ II. in Konstantinopel, von wo aus er als Frau nach Großbritannien zurückkehrt. Orlando gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen und heiratet schließlich im zugeknöpften viktorianischen Zeitalter einen Mann. Held oder Heldin, männlich oder weiblich - aber spielt das denn überhaupt eine Rolle? 

 

Virginia Woolf (1882-1941) schuf mit Orlandos Biographie nicht nur ein opulentes Sittengemälde europäischer Geschichte, sondern auch eine schillernde Persönlichkeit, die starre Kategorien, Zuschreibungen und Vorstellungen von dem, was Männer und Frauen auszeichnet, mit spielerischer Leichtigkeit sprengt. Das Werk widmete die verheiratete Woolf ihrer langjährigen Geliebten und Freundin Vita Sackville-West.

 

Mit: Antje Hobucher und Petra-Lina Schulze

Regie: Chiara Nassauer

 


Weitere Premieren der Spielzeit 22/23 werden in Kürze bekanntgegeben!