SPIELZEIT 2021/22

WICHTIGER HINWEIS: Aufgrund der aktuellen Corona-Situation  behalten wir uns weitere und auch kurzfristige Änderungen des Spielplans vor. Über die neuesten Entwicklungen und die aktuellen Sicherheitsbestimmungen für Ihren Theaterbesuch  informieren wir Sie  unter TERMINE!

 

Bei allen Vorstellungen in unserem Theaterraum gilt die 2G Plus-Regel (geimpft oder genesen mit zusätzlichem negativen Covid19-Testergebnis) sowie  Maskenpflicht am Platz! Wir bitte Sie dringend um Mitnahme eines Nachweises über eine Genesung bzw. eine Impfung gegen Covid-19 sowie ein aktuelles Testergebnis - ohne diese Nachweise ist ein Einlass ins Theater leider nicht möglich. Vielen Dank für Ihr Verständnis!


ORLANDO. Theaterstück nach dem Roman von Virginia Woolf. Premiere am 6. Mai 2022.

 

Orlando - ein altersloser Grenzgänger zwischen den Jahrhunderten: Als Adeliger am Hof Elizabeths I., später unglücklich verliebt in eine russische Prinzessin, Schriftsteller, Gesandter Charles´ II. in Konstantinopel, von wo aus er als Frau nach Großbritannien zurückkehrt. Orlando gibt Partys im aufgeklärten 18. Jahrhundert, liebt Männer und Frauen und heiratet schließlich im zugeknöpften viktorianischen Zeitalter einen Mann. Held oder Heldin, männlich oder weiblich - aber spielt das denn überhaupt eine Rolle? 

 

Virginia Woolf (1882-1941) schuf mit Orlandos Biographie nicht nur ein opulentes Sittengemälde europäischer Geschichte, sondern auch eine schillernde Persönlichkeit, die starre Kategorien, Zuschreibungen und Vorstellungen von dem, was Männer und Frauen auszeichnet, mit spielerischer Leichtigkeit sprengt. Das Werk widmete die verheiratete Woolf ihrer langjährigen Geliebten und Freundin Vita Sackville-West.

 

Mit: Antje Hobucher & Petra-Lina Schulze

Regie: Nikolaos Boitsos & Chiara Nassauer

 

Weitere Spieltermine:

14.05

15.05.

22.05.

28.05.


 (c) Barbara Jungwirth

 

DIE GEIERWALLY. Theaterstück nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern. 

Wiederaufnahme am 21. Mai 2022. 

 

Hoch über dem einsamen Bergdorf, in der steilen Felswand, nisten Raubvögel. Nur Walburga, das einzige Kind des Großbauern Stromminger, hat den Mut, sich abseilen zu lassen und das Nest auszunehmen. Als sie eines der Küken rettet und aufzieht, nennt man sie nur noch "die Geierwally". Und nicht nur dadurch wird die junge Frau in ihrem strengen Umfeld zur Außenseiterin: Sie verliebt sich leidenschaftlich in den "Bären-Joseph" und durchkreuzt damit die ehrgeizigen Heiratspläne ihres Vaters. Zur Strafe verbannt er seine rebellische Tochter in die Bergeinsamkeit des Hochjochs...

 

Wilhelmine von Hillern (1836 - 1916) schuf - basierend auf wahren Begebenheiten - einen dramatischen Heimatroman, der von Gier, Hass, Eifersucht und Liebe erzählt. Das Zimmertheater Uffing zeigt die packende Geschichte einer stolzen Frau, die sich den Konventionen ihrer Zeit widersetzt, in einer brandneuen Theaterfassung für zwei Personen. 

 

"Mit sparsamen Mitteln inszeniert, aber überaus effektvoll und stilsicher: So präsentiert sich DIE GEIERWALLY in der Fassung des Uffinger Zimmertheaters (...). Herrlich raumgreifend entfaltet Jungwirth im Mittelteil den knorrigen Sprachstil, der das Hochgebirge am Rande der Gletscher mit magischen Bildern beschreibt. (...) Anstelle weiterer Darsteller kommen daher raue, inneralpine Holzmasken zum Einsatz: mal vors Gesicht gehalten, mal hinter die Schulter wie ein Flüster-Teufelchen und manchmal sogar als Kampfgegner genutzt. (...) Ein noch wichtigeres Requisit ist der dicke Strick, der Situationen des Fangens, des Kämpfens oder der Sicherung am Berg illustriert. Man muss es erleben, mit welcher Präzision Chiara Nassauer mit energetischen Gesten am Strick einen deutlich spürbaren Bühnenraum in den Garten hext. Ab einem gewissen Punkt dann ahnt man, dass die Kordel noch eine ganz andere Symbolik bekommt und die Wally noch ganz andere Charakterzüge. (...) Beim Zimmertheater gibt es die GEIERWALLY garantiert "tümelfrei" - und sehenswert! (Murnauer Tagblatt, 27.07.2021)

 

Mit: Chiara Nassauer und Christian Jungwirth

Regie: Nikolaos Boitsos und Chiara Nassauer

 

Weitere Spieltermine:

29.05.

26.06.

(c) Barbara Jungwirth


RITA WILL´S WISSEN. Komödie von Willy Russell, bearbeitet von René Heinersdorff. Premiere am 3. Juni 2022.

 

Frank ist Literaturprofessor, frustriert und zynisch und stark dem Whiskey zugeneigt. Rita ist Friseurin, verheiratet und will noch was vom Leben. Von Wissensdurst getrieben, belegt sie einen Kurs für Erwachsenenbildung - und landet bei Frank. Mit ihrem gesunden Menschenverstand und ihrer Lebensfreude wirbelt sie die Welt ihres Tutors kräftig durcheinander...

 

Willy Russells (*1946) Komödie "Educating Rita" - in Deutschland auch unter dem Titel "Bildung für Rita" bekannt - besticht durch Witz, hintersinnige Dialoge und intelligentes Spiel mit Klischees. Und Russell weiß, wovon er schreibt: Mit 15 verließ er die Schule und machte eine Ausbildung zum Damenfriseur. Mit 20 hatte er seinen eigenen Salon, bevor er an der Abendschule einen Literaturkurs absolvierte. Mit der bildungshungrigen Rita legte er 1980 den Grundstein für eine überaus erfolgreiche Karriere als Theater- und Musicalautor. 

 

Mit: Chiara Nassauer und Andreas M. Bräu

Regie: Nikolaos Boitsos

Aufführungsrechte: LITAG Theaterverlag

 

Weitere Spieltermine:

18.06.

25.06.

02.07.

03.07. 


DORFKIND. Ein Audiospaziergang durch Uffing am Staffelsee. Online verfügbar.

 

Chiara Nassauer ist ein Dorfkind: Aufgewachsen in den 80er und 90er Jahren in Uffing am Staffelsee. Und sie kennt sie noch alle: Die Plätze, an denen man wilde Bandenlager zwischen Gestrüpp und Bachläufen errichten konnte. Die Plätze, wo die Kaugummiautomaten mit den steinharten Kugeln hingen. Die Plätze, an denen man sich früher noch auf der Leichenhausmauer verstecken konnte, um vorbeigehende Leute zu erschrecken. Die Plätze, wo man Pfennige sammeln konnte, um sie später gegen eine Zuckerltüte zu tauschen. Aber auch die Plätze, wo man sich um Sand gestritten hat, wo Katzen gefährlich lebten, wo man sich zum heimlichen Rauchen verstecken musste und wo man beim Bobfahren - mit schmerzhaften Folgen - den hinterlistigen "Huckel" übersehen hat.

 

Aber ist man überhaupt ein richtiges Dorfkind, wenn die Eltern nicht "vo da" sind? Gibt es Klischees über das Landleben, die sich immer noch hartnäckig halten - und wie sieht es in der Realität aus? Wie unterscheidet sich so ein Dorfkindleben heute vom Leben vor vierzig oder sechzig Jahren? Und wie verlief eine solche Kindheit in einem ganz anderen Teil der Welt?

 

Den Audiospaziergang DORFKIND, eingesprochen von Chiara Nassauer und Christian Jungwirth, können sich die Besucher*innen direkt auf ihr Handy laden und im Gehen per Kopfhörer mitverfolgen. Beim Rundgang durch Uffing werden sie an Plätze geführt, die mit typischen Erlebnissen einer Dorfkindheit und -jugend verknüpft sind. Textgrundlage sind Chiara Nassauers persönliche Erinnerungen sowie eigens für das Projekt geführte Interviews mit Dorfbewohner*innen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Neben humorvollen, aufregenden und melancholischen Szenen können die Zuhörer*innen das Thema Dorfkindheit auf ihrem Spaziergang durch einfache Anleitungen sogar ertasten, riechen und auf Wunsch nachspielen. 

 

Sprecher: Chiara Nassauer & Christian Jungwirth

Regie & Texterstellung: Chiara Nassauer

Dramaturgie & Tonschnitt: Nikolaos Boitsos

Produktionsassistenz: Viola Nassauer

 

Ab sofort online verfügbar - hier geht es zum Audiospaziergang! 

Das Projekt DORFKIND wird im Rahmen von "Global Village Projects" gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.


EIN BERICHT FÜR EINE AKADEMIE. Solostück nach der Erzählung von Franz Kafka. Geplante Premiere im Herbst 2022.

 

Der Menschenaffe Rotpeter berichtet einer Akademie hoher Herren von seinem langen Weg zur Menschwerdung. In Afrika eingefangen, wird er bei der Überfahrt in einen engen Käfig gepfercht und muss geschmacklose Späße über sich ergehen lassen. Die gedemütigte Kreatur versucht, das Beste aus der misslichen Lage zu machen: Wenn man nicht als der akzeptiert wird, der man ist, dann muss man sich eben anpassen, um zu überleben. So meistert er die Grundzüge der menschlichen Natur - den offenen Handschlag, das Rauchen, die Benutzung der Schnapsflasche -, bildet sich und imitiert die menschliche Natur, bis er am Ende die Wahl hat: Zoo oder Varieté, Käfig oder Zurschaustellung. 

 

Franz Kafka (1883-1924) schrieb mit dem BERICHT FÜR EINE AKADEMIE eine Parabel auf die soziale Enge der Gesellschaft, den starken Wunsch nach Anerkennung und auf die Macht der Ausgrenzung. Wie lässt sich die eigene Identität währen? Scheitert Integration an falscher Anpassung? Und muss ein Fremder immer ein Fremder bleiben? 

 

Mit: Christian Jungwirth

Regie: Chiara Nassauer

 

Leider muss die Produktion auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Wir informieren Sie, sobald ein neuer Premierentermin feststeht.


DIE GELBE TAPETE. Solostück nach der Erzählung von Charlotte Perkins Gilman, übersetzt und dramatisiert von Chiara Nassauer. Geplante Premiere im Herbst 2022. 

 

Eine Frau fühlt sich seit der Geburt ihres Kindes niedergeschlagen und energielos. Ihr Mann verordnet ihr daher eine "Ruhekur" in einem abgelegenen Sommerhaus, wo frische Luft und ein strenges Arbeitsverbot ihre Gesundheit wieder herstellen sollen. Doch das Krankenzimmer ist überaus merkwürdig: Das Fenster ist vergittert, das Bett festgenagelt, der Boden verkratzt - und die Wände mit einer hässlichen gelben Tapete bedeckt. In dieser tristen Umgebung sich selbst überlassen, beginnt die Frau, sich immer eingehender mit dem Muster der Tapete zu beschäftigen, in dem sie Bilder zur erkennen glaubt. Was als Reise ins Innere beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einem wahnhaften Alptraum. Schließlich ist sich die Hauptfigur sicher: Hinter der Tapete ist eine junge Frau gefangen, die sie befreien muss...

 

Charlotte Perkins Gilman (1860-1935) verarbeitete in der 1892 veröffentlichten Erzählung ihre eigenen Erfahrungen mit Depressionen und schrieb dabei nicht nur einen packenden Thriller, sondern auch eine scharfzüngige Gesellschaftskritik. Während das Werk bei vielen ihrer Zeitgenossen auf Unverständnis und Ablehung stieß, gilt es heute als Klassiker der feministischen Literatur - und ist uns durch die eigene Erfahrung von Isolation und Zukunftsunsicherheit in Pandemiezeiten noch näher gerückt. Über die Geschichte schrieb Perkins Gilman selbst: "Sie war nicht dazu gedacht, Leute in den Wahnsinn zu treiben, sondern dazu, Leute davor zu retten, in den Wahnsinn getrieben zu werden."

 

Mit: Antje Hobucher

Regie: Chiara Nassauer 

 

Leider muss die Produktion auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Wir informieren Sie, sobald ein neuer Premierentermin feststeht. 


Bereits abgespielte Produktionen des Zimmertheaters finden Sie in unserem Archiv.