SPIELZEIT 2018/19

LEUTNANT GUSTL von Arthur Schnitzler

 

Im Anschluss an ein abendliches Konzert, das er gelangweilt mitverfolgt hat, gerät der junge Leutnant Gustl an der Garderobe in Streit mit einem Bäckermeister. Gustl will seinen Säbel ziehen, wird aber durch seinen körperlich überlegenen Kontrahenten daran gehindert und als "dummer Bub" beschimpft. Die Schmach vermag der Leutnant nicht zu verwinden. Dem militärischen Ehrenkodex verpflichtet, beschließt er, am nächsten Morgen um 7 Uhr Selbstmord zu begehen, egal, ob der Bäckermeister den Vorfall publik macht oder nicht. So streift Gustl durch das nächtliche Wien, hin- und hergerissen zwischen zweifelhaften Vorstellungen über männliche Ehre, unbändiger Lebenslust und Todesangst.

 

Arthur Schnitzlers (1862 - 1931) Novelle aus dem Jahr 1900 ist ein Meilenstein der Erzähltechnik: Der Leser - und ebenso der Theater-zuschauer - befindet sich ausschließlich in der Gedankenwelt, dem inneren Erleben der Hauptfigur, die ihr Selbstwertgefühl allein aus der Tatsache bezieht, eine Uniform zu tragen. Brillant entlarvt Schnitzler falsche Moralvorstellungen, Fremdenhass und persönliche Eitelkeiten bei seiner Schilderung einer verhängnisvollen Nacht.

 

"Chiara Nassauer und Nikolaos Boitsos (...) begeisterten mit einer genialen Umsetzung. (...) Ein spannendes Experiment für die Darstellerin wie für das Publikum - das nicht besser hätte gelingen können." (Murnauer Tagblatt, 22.02.2019) 

 

Mit: Chiara Nassauer

Regie: Nikolaos Boitsos

 

Premiere am 15. Februar!


REST IM GLAS von Karl-Friedrich Reinhardt

 

Ein Jahr im Leben des Immobilienmaklers Max, mit all seinen Höhen und Tiefen: zu diesem voyeuristischen Rückblick lädt der Theatermonolog REST IM GLAS ein. Er skizziert und entlarvt die Konstanten menschlichen Seins: die Hoffnungen und Niederlagen der Menschen, ihre Sehnsucht nach Liebe und Aufmerksamkeit, die überall gleich ist, Begierden, Macht und Manipulation. Ob am Ende die Gier oder die Liebe siegt, bleibt offen. Nur eins wird klar: Max steckt auch in uns allen.

 

Karl-Friedrich Reinhardt(*1943) arbeitete als Rangierer, Fotograf, Hilfsarbeiter, Schauspieler, Regisseur und viele Jahre als Geschäftsführer bei der SPD. Die turbulenten Jahre um 1968 haben ihn wie viele andere auch für den Rest seines Lebens nachhaltig geprägt. Reinhardt veröffentlichte vor allem Erzählungen und Lyrik und trat auch immer wieder mit dramaturgischen Lesungen an die Öffentlichkeit. 

 

"Wenn er (Jungwirth), das immer wieder frisch aufgefüllte Glas in der Hand, mitten ins Publikum hineingeht, während er unbeirrt weiter monologisiert, erreicht sein Spiel eine fast schon beklemmende Intensität. Die man vor keinem Bildschirm, auch nicht der größten Kinoleinwand so je wird erleben können: Genau das macht die Faszination des Theaters aus." (Murnauer Tagblatt, 13.02.2019)

 

Von und mit: Christian Jungwirth

 

Zusatzvorstellungen bis Juni!


GASTSPIEL:

INDIEN von Josef Hader und Alfred Dorfer

 

Verschiedener kann man gar nicht sein als Heinzi Bösel und Kurt Fellner; Der eine phlegmatisch durch und durch, der andere ein kleinbürgerlicher Besserwisser. Zu dumm nur, dass die beiden gemeinsam eine Dienstreise durch die Provinz antreten müssen, um Schnitzel zu verkosten und Brandschutztüren zu begutachten. Unter der Oberfläche der beiden ungleichen Protagonisten, die im Wirtshaus über die letzten und die ersten Dinge, ihre Ängste und abstrusen Sehnsüchte jenseits des Tellerrands philosophieren, lauern lauter kleine Tragödien von einsamen Männern. Und so verbindet zwei schmierige, grobe Zeitgenossen, die sich anfänglich nicht ausstehen können, am Ende eine wirkliche Freundschaft, die rührt und auch ein wenig traurig macht.

 

INDIEN ist ein Wunderwerk des komischen Schreckens und machte die beiden Kabarettisten Josef Hader (*1962) und Alfred Dorfer (*1961) vor allem durch die kultige Verfilmung von 1993 - dem Publikum außerhalb Österreichs bekannt.

 

"INDIEN feiert die Abgründe der Gesellschaft, philosophiert quer durch die kleinbürgerlichen Wünsche und Albträume. Das Schnitzel-Duo Ciric/Brenner stürzt sich mit Spielfreude in die Tiefe des schwarzen Humors, den die österreichischen Stückeschreiber so gnadenlos beherrschen." (Passauer Neue Presse, 06.10.2018)

 

Mit: Patrick Brenner und Sascha Ciric

Regie: Chiara Nassauer

 

Eine Produktion des "Cabaret des Grauens" Burghausen

 

Exklusiv am 31.  März 2019 - bereits ausverkauft!!!


JENNY HÜBNER GREIFT EIN von Hartmut El Kurdi

 

Gestatten: Jenny Hübner, Geschichten-Retterin!

Wer kennt das nicht: Man liest ein Buch, das so spannend ist, dass man auf einmal mitten in die Geschichten hineingezogen wird ... Und plötzlich sitzt man nicht mehr gemütlich im Sessel, sondern mitten in der Wüste, auf einem zugigen Berggipfel oder - wie die kleine, lesefreudige Olga - auf dem Schiff des berüchtigten Piraten Bert Braunbart! Keine Panik: Bei einem solchen Notfall ist Jenny Hübner vom Geschichten-Rettungskommando nicht weit, um großen und kleinen Bücherfreunden aus der Patsche zu helfen. Doch bei dieser kniffligen Aufgabe benötigt sie dringend Hilfe...

Ein Stück, das Lust auf Geschichten und Lesen macht, und ein riesiger Mitmachspaß für Groß und Klein!

 

Mit: Julia Gruber

Regie: Chiara Nassauer

 

Premiere am 07. April 2019 - auch als mobiles Kindergarten- und Klassenzimmerstück buchbar!


WIEDER DA!

 

RICHARD III. nach William Shakespeare

 

Richard, Herzog von Gloster, hat große Pläne. Er, der Hässliche, Verbitterte, Bucklige und Hinkende will König von England werden. Zu diesem Aufstieg ist ihm jedes Mittel recht: Schmeichelei, Fälschung, Betrug und Mord, serviert mit dem Lächeln eines professionellen Blenders. Als schurkischer Politdarsteller macht Richard ganz nebenbei das Publikum zu willigen Komplizen, die sich der Faszination für das Hässliche und dem "aufhaltsamen Aufstieg" eines Monstrums nicht entziehen können. 

 

William Shakespeares (1564 - 1616) Drama um einen gefühlskalten Intriganten auf dem englischen Thron zählt zu seinen frühesten Arbeiten und zu den bedeutendsten Bühnenstücken der Weltliteratur. Der Stoff wurde bereits mehrfach verfilmt, unter anderem mit Ian McKellen in der Hauptrolle. In dieser völlig neuen Adaption für einen einzigen Darsteller lässt Patrick Brenner die Zuschauer live daran teilhaben, wie man sich als Schauspieler einer der faszinierendsten und abstoßendsten Figuren der Theatergeschichte nähert.

 

"Aus einem Dutzend Darsteller wird ein einziger; aus mehreren Stunden Spieldauer 70 Minuten. Das klingt nach einem Wagnis. Dass diese Verknappung bestens aufgehen kann, beweisen Nassauer und ihr faszinierender Haupt- und Alleinakteur Patrick Brenner. In fliegenden Szenenwechseln schlüpft er in Windeseile in die verschiedenen Figuren. Volle 70 Minuten ist er im Dauereinsatz. (...) Wie es Brenner gelingt, diese Fülle strukturiert, spannend und verständlich über die (nicht existierende) Rampe zu bringen, ist bewundernswert. (...) Verdienter Beifall für diese gelungene Inszenierung, die Shakespeare wie im Brennglas zeigt." (Murnauer Tagblatt, 16.11.2018)

 

Mit: Patrick Brenner

Regie: Chiara Nassauer

 

Zusatzvorstellungen vom 12. bis 14. April!


GASTSPIEL

LAUSDIRNDLGESCHICHTEN nach Lena Christ

 

Leni ist ein richtiger Sau-Fratz. Das sagen zumindest die Leut´ im Dorf. Bei Oma und Opa hilft sie den Hennen beim Eierlegen, geht mit dem Schlosserflorian und dem Neuwirtshubertl Obst klauen, und mit der Apothekermarei ärgert sie die Buben. Doch das Lausdirndl hat das Herz am rechten Fleck. Wenn nur nicht ihre Mutter aus der Stadt auftaucht... Die anarchische und bittersüße Kindheitsgeschichte der bayrischen Autorin Lena Christ, bekannt durch "Die Rumplhanni" und "Madame Bäurin" als Theaterspaß für Lausdirndl, Lausbuben und Lauserswachsene von 6 bis 100 Jahren!

 

Von und mit: Angela Hundsdorfer und Pia Kolb

 

Exklusiv nur am 28. April!


MEDEA/PHÄDRA/ELEKTRA 

 

Medea, Phädra und Elektra... drei Frauennamen, die sofort Bilder aus alten Zeiten herauf-beschwören: Bilder von verschmähter Liebe und Rachedurst, von Schmerz, Verletzung, Verrat und sogar Kindsmord. Ihre Geschichten haben die Zeit überdauert. Doch hat eigentlich schon einmal jemand diese Frauen gefragt, wie sie selbst zu ihrem Leben und ihren Taten stehen? Wer ist hier Opfer und wer Täter - und lässt sich das überhaupt trennen? Wie kam es dazu, dass ihre Namen in die Geschichte eingingen - und würden sie heutzutage alles noch einmal genauso machen? Lassen wir die Damen selbst antworten - in einem packenden Theaterabend mit Texten nach Euripides, Racine, Sophokles und einem ganz neuen Blick auf alte Mythen.

 

 Mit: Lisa Wittemer

Regie: Chiara Nassauer

 

Premiere am 01. Mai 2o19 - auch als Klassenzimmerstück buchbar!


GASTSPIEL

 

DIE WUNDERÜBUNG von Daniel Glattauer

 

 Johanna und Valentin haben sich nach vierzehn Jahren Ehe nicht mehr viel zu sagen, abgesehen von treffsicheren Sticheleien und perfekt eingespielten Gemeinheiten. Eine Paartherapie soll die Wogen glätten und der letzte Versuch sein, die Beziehung wieder zu kitten. Die ambitionierte Eheberaterin versucht, das gefrustete Ehepaar aus der Reserve zu locken, fährt im ehelichen Stellungskrieg schwere Geschütze wie Paarübungen und Rollentausch auf, um vielleicht doch noch das Wunder einer friedlichen Versöhnung zu bewirken. Allerdings ist das keine leichte Aufgabe, vor allem, wenn es in der eigenen Beziehung zu kriseln scheint. Und plötzlich wird die zunehmend gestresste Therapeutin von dem streitlustigen Ehepaar selbst auf die Couch verfrachtet...

Nach GUT GEGEN NORDWIND beweist der österreichische Autor Daniel Glattauer einmal mehr sein großes Talent für pointierte Dialoge und überraschende Wendungen.

 

 

Mit: Lisa Hanöffner, Christine Reitmeier und Herbert Bachmeier

 

Regie: Chiara Nassauer

 

 

Eine Ko-Produktion des Theaters "Grenzgänger On Stage" Oberndorf und des "Cabaret des Grauens" Burghausen

 

 

Exklusiv nur am 19.05.!


SCHNEEBERGER! - Das Spiel vom Leben und Sterben des berüchtigten Raubritters zu Ohlstadt

 

Die Überreste der alten "Veste", der Schaumburg zu Ohlstadt waren vor 600 Jahren Sitz eines Mannes, der das ganze Werdenfelser Land in Angst und Schrecken versetzte. Mit seiner Bande hauste der "Plackerer" Schneeberger in seinem Raubritternest hoch am Felsen, um unbarm-herzig über die alte Handelsstraße herzufallen und seinen Hunger nach Gold zu stillen. Doch was, wenn Gold auch die Getreuesten zum Verrat verleitet?

Wir machen die Geschichte des Schneebergers lebendig - bei unserem ersten "erwanderbaren" Stationentheater zu Füßen seiner Burg.

 

Premiere im Juni 2019!


WEITERE HIGHLIGHTS

Besinnliche Lesung zum Karfreitag: HIOB von Joseph Roth

 

Mendel Singer, ein jüdischer Lehrer im zaristischen Russland, ist stets bemüht, Gottes Gesetzen zu gehorchen. Immer neue Schicksalsschläge lassen jedoch den Gläubigen an seinem Gott zweifeln lassen. Auf der Suche nach einem besseren Leben emigriert Familie Singer in die USA. Aber kann es überhaupt noch eine Wende zum Guten geben?

Stefan Zweig urteilte einst über den Roman: "(…) Eine vollkommene Dichtung, die alles zu überdauern bestimmt ist."

 

Mit: Nikolaos Boitsos

 

 

LESEN GEGEN DAS VERGESSEN - Zum Gedenken an die Bücherverbrennung von 1933

 

Am 10. Mai 1933 verbrennen die Nationalsozialisten die Werke "undeutscher" Autoren in einer öffentlichen Großveranstaltung. Ein einmaliger Vorgang, der seinesgleichen sucht. Im Gedenken an das Unfaßbare hat Christian Jungwirth Texte zusammengestellt und erinnert in dieser Lesung an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, deren Bücher vor genau 86 Jahren in 22 deutschen Universitätsstädten öffentlich "den Flammen übergeben" wurden. Geschichte neigt zur Wiederholung - wir haben es in der Hand, ob dem auch so ist.

 

Mit: Christian Jungwirth

 

 

ACH, DIESE LÜCKE, DIESE ENTSETZLICHE LÜCKE - Szenische Lesung aus dem Roman von Joachim Meyerhoff

 

Da freut man sich schon auf seinen Zivildienst im Schwesterheim, und was passiert? Man wird an der renommierten Otto-Falckenberg -Schule als Schauspielstudent aufgenommen. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch für unseren Erzähler beginnt damit eine regelrechte Odyssee durch die Niederungen der Sprecherziehung und Atemtechnik, der esoterischen Körpererkundung und der schweiß- und schreitreibenden Rollenarbeit. Zumindest kann man sich, nachdem man tagsüber systematisch in seine Einzelteile zerlegt wurde, abends mit allerhand Alkoholika wieder zusammenraufen... Kommen Sie mit auf eine Reise in den ganz normalen Wahnsinn einer Schauspielausbildung!

 

Mit: Chiara Nassauer

 

"Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke" von Joachim Meyerhoff / (c) 2015, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 

 

 

 

IRISCHE ELFENMÄRCHEN der Gebrüder Grimm

 

Irland - Heimat von Elfen, Zwergen, Trollen und Dämonen. Die vielen Elementargeister der "Grünen Insel" treffen dort auf den oft bitteren Alltag, dem nur sie allein einen magischen Glanz zu schenken vermögen. Keine Geringeren als die Brüder Grimm öffnen uns den Weg nach Irland; ihnen verdanken wir die Übersetzung dieser volkstümlichen Geschichtensammlung von T.C. Croker. Lassen Sie sich in einer ferne, aber doch so nahe Welt entführen, in der alles möglich ist - ausgesuchte Märchen bezaubern wie ein farbenprächtiges Feuerwerk am Sternenhimmel.

 

Mit: Christian Jungwirth


SCHON VORBEI...

 WIEDER DA: 

"KUNST" von Yasmina Reza

 

 Serge hat sich ein Bild gekauft: ein weißes Bild mit weißen Streifen. Für sehr viel Geld. Sein Freund Marc ist schockiert: wie kann man das als "Kunst" bezeichnen? Beide wollen den gemeinsamen Freund Yvan auf ihre Seite ziehen, doch durch seine Loyalität verschlimm-bessert er nur die Lage.

Und so wird eine langjährige Männerfreundschaft auf eine äußerst harte Bewährungsprobe gestellt...

  

Bitterböse und zugleich abgrundtief komisch hält Yasmina Reza (*1959) mit ihrem Stück dem wohlhabenden Bildungsbürgertum einen Spiegel vor. "KUNST" zählt zu den meistgespielten zeitgenössischen Komödien; Reza wurde dafür unter anderem mit dem „Prix Molière“ ausgezeichnet.  

 

"Fesselnd und äußerst unterhaltsam." (Murnauer Tagblatt, 04.10.2017)

 

Mit: Christian Freude, Christian Jungwirth, Stefan C. Limbrunner

Regie: Chiara Nassauer


GASTSPIEL:

SUSN von Herbert Achternbusch

 

In wenigen Bildern erzählt Herbert Achternbusch (*1938) in seinem Stück die Biographie von Susn. Auf den ersten Blick ein einfaches bayerisches "Mädel vom Land" - auf den zweiten eine freie Radikale, die an den Zwängen der Welt ebenso sehr scheitert wie sie dagegen aufbegehrt. Wir sehen Susn als 17-Jährige, die mit wilder Entschlossenheit aus der Kirche austreten will und dem Pfarrer bei ihrer Beichte selber den Kopf wäscht. Als Studentin, die in der Stadt all das sucht, was sie auf dem Land so sehr vermisst. Als Geliebte eines Schriftsteller, dem sein Schreiben längst zum alle anderen ignorierenden Selbstgespräch geworden ist. Und im letzten Bild als schnapsbewehrte Kirchgängerin, die auf nichts mehr warten möchte und kann: "Ja, oft mecht i koan Menschn mehr sehng und von koan Herrgott was weißn, aber wer solltn mir zuhören, wenn net der Herrgott?"

 

Ein Abgesang auf die bayerische Provinz, von einer starken Frau in einem starken Stück Theater - trotz seiner 40 Jahre auf dem Buckel immer noch brandaktuell.

 

"Nadine Konietzny stürzt sich überzeugend in die Geschichte der Susn. (...) Und so beschert sie dem Cabaret des Grauens, das nunmehr seit 20 Jahren besteht, gleich zu Beginn der neuen Saison ein Highlight. Das Aufbegehren dieser Frau (...), ihr Lebenshunger, ihr Schicksal, sie sind zeitlos." (PNP, 20.09.2018)

 

Mit: Nadine Konietzny

Regie: Nikolaos Boitsos

 

Eine Produktion des "Cabaret des Grauens" Burghausen


BOARISCHE WEIHNACHT - Die etwas andere Herbergssuche

 

"Is koa Raum in da Herberg ned?" - Ludwig Thoma (1867 - 1921) lieferte mit seiner "Heiligen Nacht" eine wundervolle Neuerzählung des allerersten Weihnachtsfestes in bayerischer Mundart. Humorvoll und pittoresk, augenzwinkernd und doch bewegend schildert er die mühevolle Reise von Maria und Joseph, ihre Suche nach einer Herberge und die Geburt von Jesus Christus zwischen Ochs und Esel. Dieses Glanzstück der bayerischen Literaturgeschichte präsentieren die Schauspieler Chiara Nassauer und Christian Jungwirth als interaktive Lesung in sämtlichen Rollen, gespickt mit weiteren wunderschönen Mundart-Texten zum zauberhaftesten Fest des Jahres.

 

"Das kreative Uffinger Zimmertheater wartet bei der Lesung BOARISCHE WEIHNACHT mit Überraschungen auf. (...) Theater im Theater: Da schneit die Maria aus Thomas Erzählung herein. Das Spiel mit den Fiktionsebenen geht aber noch weiter: Die die Lesung störende Besucherin (Chiara Nassauer) wird widerwillig eingelassen, der Erzähler nimmt den Faden wieder auf, da spingt sie buchstäblich in die Geschichte hinein. (...) Jungwirth und Nassauer spielen sich die Bälle zu - und haben am rasanten Wechsel des Geschehens offensichtlich so viel Vergnügen wie die Zuhörer. (...) So wird "Die etwas andere Herbergssuche" zu einem tatsächlich besonderen Erlebnis. Und hat durchaus das Potenzial, ebenfalls zum Advents-Klassiker zu werden." (Murnauer Tagblatt, 05.12.2018)

 

 

Mit: Christian Jungwirth, Chiara Nassauer

 

DER FALL ELLY M. nach dem Fragment "Die Lehrerin von Regensburg" von Ödön von Horváth

 

 In seinem Schauspielfragment „Die Lehrerin von Regensburg“ schildert der Dramatiker Ödön von Horváth (1901 – 1938) packend und fieberhaft das Schicksal der Volksschullehrerin Elly Maldaque: Im Jahr 1930 wird sie nach 17-jährigem Schuldienst fristlos und ohne Versorgungsansprüche entlassen – auf den bloßen Verdacht hin, sie sei ein „wirkendes Mitglied der KPD“. Elly will für ihre Rechte kämpfen, doch die ständige Verfolgung und Verunglimpfung ihrer Person und ihrer Überzeugungen erschöpfen ihre Kräfte. Wenige Wochen später stirbt sie, körperlich und geistig zerbrochen, in einer Heilanstalt.

 

"Hier wird ein Mensch gestorben!" - Mit diesem Schlagwort erhebt Horváth seine Stimme gegen Willkür, Menschenverachtung und Machtmissbrauch. Themen, die angesichts der derzeitigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen leider nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Mit einer neuen Stückfassung, basierend auf den Fragmenttexten und Originaldokumenten nähert sich RED DOOR PROJECTS in einem aufwühlenden Theaterabend dem Schicksal von Elly Maldaque.  

 

Mit: Pia Kolb, Chiara Nassauer, Natalie Siegl, Patrick Brenner, Christian Jungwirth

Regie: Chiara Nassauer